
Analfissur
- Unter einer Analfissur versteht man einen längsverlaufenden Einriss der zarten und sehr schmerzempfindlichen Haut des Analkanals.
Ursachen
- Eine Analfissur entsteht oft bei der passage von hartem Stuhlgang (z.B. bei einer chronischen Verstopfung). Weiterhin können die Einrisse bei Entzündungszuständen durch einen Elastizitätsverlust der Analhaut entstehen. Zugrunde liegt häufig eine benachbarte kryptoglanduläre Entzündung, die im wesentlichen auf flüssigem Stuhl und vermehrtem analem Schleimabgang beruht. Dadurch gerät die Analhaut, in Entzündung und verliert an Elastizität, so dass ein vermehrt konsistenter Stuhl zum Einriss (Fissur) führen kann. Daneben können auch sexuelle Praktiken, die sich auf den Analbereich beziehen, zu einer Analfissur führen.
Symptome
- Stechender Schmerz während des Stuhlgangs, und anhaltendes Brennen danach, sind typische Symptome einer Analfissur. Gelegentlich treten schwache hellrote Blutungen auf. Die starken Schmerzen führen dazu, dass der Schließmuskel verkrampft (Sphinkterspasmus). Ein verkrampfter Schließmuskel aber macht noch stärkeres Pressen nötig, wodurch sich der Riss bis zum Afterausgang ausdehnen und die Entzündung verstärken kann. Ebenso kann Angst vor dem nächsten Stuhlgang zu einer Verstopfung beitragen, die das Leiden zusätzlich verstärkt.
Therapie
- Die Therapie der frischen (akuten) Analfissur beginnt mit Stuhlregulation. Bei starken Schmerzen und/oder Brennen nach dem Stuhlgang ist das Auftragen einer Salbe mit Zusatz eines Lokalanästhetikums gelegentlich hilfreich. Entscheidend ist das Erreichen einer dauerhaft weichen und geformten Stuhlkonsistenz. Eine frische Analfissur heilt in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen ab. Des weiteren ist eine gute Analhygiene Voraussetzung für das Abheilen der Fissur. Der Afterbereich sollte mittels fließendem lauwarmem Wasser gereinigt werden.
- Bei einer chronischen Fissur bestehen die Symptome bereits länger als 2 Monate. Die Therapie bei einer chronischen Analfissur ist neben der Stuhlregulation das Auftragen von Salben mit einem Medikament (z. B. Nitroglyzerin 0.2 %, Nifedipin 2 %, Diltiazem 0.2 %), das den analen Schließmuskel entspannt. Diese Salbe muss drei- bis viermal täglich während 6 bis 12 Wochen aufgetragen werden, parallel zu einer konsequenten Einnahme eines Mittels zur Stuhlregulation. In 80 % der Fälle führt dies zu einer Heilung innerhalb von sechs bis acht Wochen. Seit neuem gibt es auch eine 0,4%ige Nitroglyzerin-Salbe, die zweimal täglich aufgetragen werden muss und als Fertigarzneimittel zur Verfügung steht.
Operation
- Beim Ausbleiben einer Heilung unter konsequenter Anwendung von Stuhlregulation und entspannender Salbe kommt als nächster Schritt die Operation in Frage. Die Ausschneidung (Exzision) der Fissur samt dem vernarbten Gewebe unter Mitnahme der anteiligen Krypten, und der hypertrophen Analpapille bzw. der so genannten Vorpostenfalte ist die chirurgische Therapiemöglichkeit. Da bei diesem Eingriff in der Regel keine Naht verwendet wird, nimmt die Wundheilung etwa 4-6 Wochen in Anspruch.
Sphinkterektomie ist heute keine Therapiemöglichkeit mehr
- Die Teildurchtrennung der Schließmuskulatur (Sphinkterotomie) ist heute keine Therapiemöglichkeit mehr. Problem dieser Methode ist, nach initial guten Therapieerfolgen, das Risiko der Entwicklung einer Stuhlinkontinenz im höheren Lebensalter (zum Teil Jahrzehnte nach dem eigentlichen Eingriff). Dies ist nicht zuletzt durch den im Alter physiologischerweise abnehmenden Schließmuskeltonus bedingt.
Anzeige

Schwangerschaft & Hämoriden
- Schwangerschaften begünstigen die Bildung von Hämorrhoiden. Durch den erhöhten Druck auf den Beckenboden, wird dieser gedehnt und verliert an Spannkraft. Deshalb sollten Frauen
- nach der Schwangerschaft gezielt Rückbildungsgymnastik machen.